
Von den Anfängen der Feuerwehr im Dorfe ist nicht viel Berichtenswertes erhalten. Die sächsische Löschordnung von 1726 verpflichtete die Gemeinden, für die Anschaffung und den Erhalt von Löschgeräten zu sorgen und eine der Gemeindegröße entsprechende Mannschaft zu verpflichten. Später wurde die Bildung der Pflichtfeuerwehren veranlasst. Wann diese Pflichtfeuerwehr in Eckartsberg gebildet wurde, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Sicher ist nur, dass es etwa um das Jahr 1885 gewesen ist.
In Radgendorf war es am 26. 11. 1885. Morawek schreibt in seiner „Geschichte von Eckartsberg“ im Jahre 1873, dass 1820 von der Gemeinde eine neue Feuerspritze angeschafft wurde, die in einem massiven Häuschen, gegenüber vom Gut Nr. 22 im Mitteldorf aufbewahrt wird. Das ist etwa in Höhe der jetzigen Geschwister-Scholl-Straße 51-53. Dieses Spritzenhaus war schon damals aus Ziegeln gebaut und hatte auch ein Ziegeldach. Damit war es 1822 eines der nur vier vollständig massiv errichteten Häuser in Eckartsberg. Es hat bis 1946 an seinem Platz gestanden. Bis 1903 wurden die dem Spritzenhaus am nächsten gelegenen Wirtschaften verpflichtet, die Spritze und den Wasserwagen zum Einsatz zu ziehen. Um die dabei auftretenden Konflikte zukünftig zu vermeiden, wurden ab 1903 mit einzelnen Landwirten Verträge über diese Tätigkeiten abgeschlossen. Die Stärke der Pflichtfeuerwehren war zumindest zahlenmässig bedeutend. 1904 wurden 91 Mann gezählt und 1929 waren es sogar 122.
Da die Gemeinde sich die Aufstellung und den Betrieb einer Freiwilligen Feuerwehr lange Zeit nicht leisten konnte, wurde ab 1930 jeder männliche Einwohner zwischen dem 25. und 40. Lebensjahr zum Dienst bei der Brandbekämpfung verpflichtet. Am 19. Juli 1940 gründeten Mitglieder des Gemeinderates und interessierte Einwohner des Dorfes nun endlich die Freiwillige Feuerwehr Eckartsberg. Es hatten schon vorher 22 männliche Einwohner ihren Beitritt erklärt. Sie wurden vom Bezirksführer der FFw, Hauptmann Fischer, durch Handschlag verpflichtet. Zum Führer der neuen Wehr wurde Herr Herbert Trenkler berufen, der schon stellvertretender Leiter der Pflichtfeuerwehr gewesen war.
Etwa gleichzeitig wurde auch in Radgendorf die FFw gebildet, deren Leitung der Landwirt Arthur Hefter übernahm. Durch die Neugründungen wurden beide Pflichtfeuerwehren aufgelöst. Die neu gegründete Freiwillige Feuerwehr war bei der Gründung schon vollständig eingekleidet. Die blauen Jacken hatte die Gemeinde beschafft, schwarze Stiefelhosen und Stiefel hatten sich die Feuerwehrmänner aus eigenen Mitteln erworben. Selbst ein PKW für den Transport war vorhanden, es fehlte allerdings die bestellte Motorspritze. Ausbildung und Einsatzbereitschaft des Leiters und der Mannschaft waren gut. Das wurde der Wehr im Mai 1941 bei einer Abnahmeprüfung bescheinigt. Allerdings waren von 20 Kameraden nur noch 14 angetreten.
Durch die anfängliche Kriegszeit bestand die Wehr im Juli 1941 nur noch aus dem Führer und weiteren sechs Personen.
Die Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Eckartsberg waren:
- Herbert Trenkler,
- Adolf Sieber,
- Erich Salomo,
- Erich Herzog,
- Adolf Sieber,
- Günter Groß,
- Wolfgang Ullrich,
- Gottfried Schwerdtner,
- Christian Stahr und
- Gottfried Schwerdtner.
Zurzeit übt Herr Jörg Neumann dieses verantwortungsvolle Amt aus.

Im Jahr 1953 sah das "Einsatzfahrzeug" in etwa so aus:

Die Löschtechnik war nach wie vor im alten Spritzenhaus untergebracht. Später wurde die Motorspritze im Seitenflügel des Gemeindeamtes untergestellt. Auch Herr Trenkler hatte sein Gut als Unterstellmöglichkeit zur Verfügung gestellt.

Um endlich alle Geräte an einem Platz unterbringen zu können und um zu dem dringend erforderlichen Schulungsraum zu kommen, wurde 1957 am Sandweg ein neues und geräumiges Feuerwehrgerätehaus erbaut. Im gleichen Jahr haben die Kameraden der FFw im Rahmen des „Nationalen Aufbauwerkes (NAW)“ ihr schon stillgelegtes Löschfahrzeug wieder instand gesetzt. Später bekam die Feuerwehr einen geländegängigen „Fischmaul“ - LO Robur, der nach etwa 20 Dienstjahren 1989 durch einen neuen LO ersetzt werden konnte. Es war einer der letzten, die im Zittauer Werk vom Band gelaufen sind. Im gleichen Jahr bekam Radgendorf ein Kleinlöschfahrzeug (KLF) auf Basis des Barkas B 1000.
Im Jahr 1969 entstand dieses Foto, welches den so gennanten Fischmaul LO vor dem Eckartsberger Depot zeigt.

Damit war die Feuerwehr auch in den nun folgenden schwierigen Monaten schlagkraeftig. Im Jahre 1990 wurde mit der Gemeinde Dischingen in Baden Württemberg eine auf gegenseitigen guten Willen beruhende Partnerschaft geschlossen. Es gab und gibt dazu keine offizielle Urkunde und trotzdem oder gerade deswegen ist diese Verbindung sehr eng geworden und bis heute geblieben. Das trifft natürlich auch auf die beiden Feuerwehren zu, die schnell zueinander gefunden hatten und die eine besonders enge Verbindung pflegen. Als 2006 klar war, dass unser guter alter Robur LO nicht weiter verwendbar sein wurde, bekam unsere Wehr das in Dischingen ausgemusterte Löschfahrzeug auf Mercedes Benz 1017 - Basis.
Auch persönlich bestehen enge Verbindungen zwischen den doch so entfernt lebenden Kameraden. Am ersten Mai 1991 gruendete Kamerad Gottfried Schwerdtner, der bereits in den 70er Jahren die AG „Junge Brandschutzhelfer“ leitete, die Jugendfeuerwehr, für die nicht einmal Werbung gemacht werden musste. Die Gründung sprach sich schnell herum und schon nach kurzer Zeit stand eine Jugendgruppe mit vielen Mitgliedern auf den Beinen. Schon 1992 besuchte unsere Jugendfeuerwehr mit dem Radgendorfer Barkas und dem KLF der Feuerwehr Zittau die Feuerwehr in Babenhausen (Bayern) und nahm selbstbewusst — wenn auch außer Wertung — am schwäbischen Leistungsvergleich teil. Für die gezeigten Leistungen und die Tatsache, dass dies einer der ersten solchen „Ost-West-Besuche“ überhaupt war, wurde die Eckartsberger Jugendfeuerwehr ausgezeichnet. Sogar die beiden Barkas waren stolz auf ihre Insassen und hielten zum Dank die lange Strecke in den „Westen“ und zurück ohne Panne durch. 1994, 2008, 2009 und 2010 wurde unsere Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Henry Stuff und André Lamer Kreismeister in der Disziplin Gruppenstafette. Aus diesem Grund nahmen wir im gleichen Jahr an den Landesmeisterschaften erfolgreich Teil und belegten einen vierten Platz.
Schon in den späten 90er Jahren wurde klar, dass unser Depot zu klein werden und den neuen Anforderungen nicht gewachsen sein würde. Der Unfallschutz stellte neue Anforderungen. Die Sanitäreinrichtung musste darauf eingestellt werden, dass nun auch Frauen und Mädchen in der Feuerwehr sind. Die Umkleideräume mussten erneuert und so eingerichtet werden, dass man sich nicht in den Abgaswolken der Fahrzeuge umzuziehen brauchte. Ausserdem wurde für den Wehrleiter ein Büro notwendig, um einerseits den Vorschriften Genüge zu tun und um andererseits der ständig steigenden Papierflut Herr zu werden. Nach längerem Nachdenken und Planen wurde 2001 mit dem Umbau begonnen. Dabei war es eine große Erleichterung, dass die Firma ROBAK uns in ihren Fahrzeughallen einen Platz fuer das Löschfahrzeug zur Verfügung gestellt hat.
Das 2001 fertig gestellte und wieder bezogene Depot bekam in den darauf folgenden Jahren noch einen neuen Anstrich, ein neues Tor und auch eine neue Beschriftung. Die immer weiter wachsende Zahl an Mitgliedern der Jugendfeuerwehr machte die Anschaffung eines neunsitzigen Mannschaftstransporters notwendig. Seit 2009 haben wir dafuer einen Renault Trafic. Die 30 Mitglieder der Einsatzabteilung und die 25 Jugendfeuerwehrleute stellen nun 365 Tage im Jahr eine zuverlässige und schlagkräftige Feuerwehr. Hervorzuheben ist dabei, dass wir nicht, wie viele andere Feuerwehren, von Nachwuchssorgen belastet sind. Dem Gründer und den heute Verantwortlichen für die Jugendfeuerwehr sei dafür hier noch einmal besonders gedankt.
Fortsetzung folgt...